Immer wieder argumentieren Befürworter der Tieragrarwirtschaft, "Ausbeutung" sei ein politischer Begriff, den man nicht auf Tiere anwenden könne, vor allem nicht auf sogenannte Nutztiere. Der Begriff sei eine sentimentale "Vermenschlichung" und übertrieben, denn das Tier wisse nicht, dass es ausgebeutet wird bzw. sei es ihm "egal".

Urteilen Sie selbst.

  • Definition des Wortes "ausbeuten" nach dem Duden.
  • Fotostrecke, die das Geschehen in einer Rinderbesamungsstation dokumentiert. (Die Zeit)
  • Medikamente dienen nicht dem Wohl der Tiere, sondern der Profitmaximierung. (Die Zeit)
  • Welches Tier ist eine Person, welches nicht?
    Indien hat immerhin Delfine offiziell als nicht-menschliche Personen anerkannt, deren Recht auf Freiheit und Leben respektiert werden muss. Quelle: AnimalEquality.de
  • Schweine werden leider trotz ihrer Intelligenz weltweit noch nicht als nicht-menschliche Personen anerkannt. 
    Wie geht es diesen intelligenten, sensiblen Tieren beim Transport in den Schlachthof?
  • 55-60 Milliarden Landtiere, die als sogenannte Nutztiere gezüchtet und gemästet werden, sterben jedes Jahr für die Ernährung eines kleinen Teils der menschlichen Erdbevölkerung. Unzählige Fische und Meeresbewohner sind in dieser Zahl nicht miteinbegriffen.

Ausbeutung der Erde, Zerstörung des Regenwaldes und denoch Welthunger

Mitgefühl mit Tieren ist keine Gefühlsduselei, sondern das dringend benötigte Gegenprogramm zu einem Materialismus von soziopathischem Ausmaß. Leider wird Mitgefühl von manchen Menschen gern als unbedeutend abgetan, vor allem, da es sich bei den Opfern menschlicher Konsumgewohnheiten "nur um Tiere" handelt. Gerne wird das Argument dargebracht, dass auch Pflanzen empfindungsfähig seien (was auch sicherlich der Fall ist).

Die Ausbeutung von Tieren aber ist gleichbedeutend mit der Verschwendung von Pflanzen, Ackerland und Wasser, von der Luftbelastung durch CO² und Methan ganz zu schweigen.

Die Ausbeutung von Tieren bedeutet eine sehr große Belastung für den einzigen Planeten, den wir haben. 
Ist es daher überhaupt angebracht (die Unterstützung von) Tierausbeutung ausschließlich als persönliche Entscheidung zu deuten?
 

  • Der Regenwald wird vor allem durch die Tier-Agrarwirtschaft zerstört. (Regenwald e.V.)
  • Die heutigen Ackerflächen, die heute der Futterproduktion für sogenannte Nutztiere dienen, könnten 4 Milliarden Menschen mehr als heute (mit massenhafter Tierausbeutung) ernähren.  (Spiegel Online)
  • Die Zerstörung der Meere ist enorm. (Greenpeace)

Das alles ließe sich ganz leicht ändern. Und zwar vor allem durch sehr viele einzelne, persönliche Entscheidungen für eine vegane Lebensweise. Durch viele dieser Entscheidungen lässt sich eine allmähliche Veränderung im System der globalen Ausbeutung bewirken.

Ein Veggie-Tag, bei dem Kantinen an lediglich einem Tag der Woche eine Vorbildfunktion einnehmen, wäre z.B. ein dringend benötigter Tropfen auf den heißen Stein. Er könnte vor allem dazu dienen, das Bewusstsein über die Notwendigkeit eines Wandels hin zu nachhaltiger Welternährung in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Für Menschen, die gegenüber vegetarisch-veganer Ernährung skeptisch eingestellt sind, erscheint aber bereits dieser sehr zaghafte Aufruf zu weniger Fleisch wie eine Beschneidung persönlicher Freiheitsrechte. 

Also was tun? - Bei sich selbst anfangen und die eigenen Erfahrungen mit anderen teilen. Vegan tut keinem weh, solange man ein paar einfache Dinge (B12-Zufuhr, Sonne, Bewegung, grünes Blattgemüse, Gemüse, Obst, Vollkorn, Nüsse) beachtet. 

Haben Sie Hunger? - Probieren Sie doch einfach vegane Rezepte aus