Viele Menschen sorgen sich um ihren Calciumhaushalt und setzen Milch und Milchprodukte - vor allem Käse - mit diesem Mineral gleich.

Daher, sagen sie, könne eine vegane Ernährung im Gegensatz zur lakto-vegetarischen (inklusive Milchprodukten) nur mangelhaft sein. 
Dieses Problem verdient eine differenzierte Betrachtung.

Es stimmt zwar, dass Milch und Käse viel Kalzium enthalten, 
es stimmt aber auch, dass Milch fast ebensoviel Phosphor 
- und die meisten Sorten Käse um einiges mehr Phosphor als Kalzium enthalten.


Das kann ein Problem werden, da Phosphor die Kalziumaufnahme im menschlichen Körper erschwert.

Außerdem verschiebt Milchprotein den pH-Wert des Blutes in Richtung sauer (Quelle: Harvard School Of Public Health). In der körpereigenen Anstrengung, den pH-Wert wieder basischer zu machen, werden Mineralien, darunter auch Calcium, aus den Knochen und ins Blut freigegeben. Dadurch kann reichlicher Milchproteinkonsum Osteoporose sogar begünstigen.

Macht es Sinn, Kuhmilchprodukte überhaupt für eine "gesunde" Ernährung als unentbehrlich zu betrachten? Die "gute" Milch, mit der viele Produkte beworben werden - Hauptsache, Milchpulver lässt sich darin finden - sollte in jedem Fall hinterfragt werden.

Pflanzliche Quellen für Calcium

Pflanzliche Quellen enthalten in der Regel weniger Phosphor als Milchprodukte (v.a. als Käse) und sind im Gegensatz zu diesen nicht an der Ausschwemmung von Kalzium aus dem Körper beteiligt.

Effektive, pflanzliche Quellen sind:

Kohl, Blattkohl, Pak Choi, Okra, Grünkohl, Brokkoli Wakame (Algenart) Grüne Bohnen, alle Bohnen, Sojabohnen und -produkte wie Tofu Orangen, Feigen Spargel Die meisten Nüsse und Saaten, vor allem aber Haselnüsse, Mandeln, Pistazien, Leinsamen, Sonnenblumensamen, Sesamsamen und Produkte aus diesen Nüssen und Saaten wie Tahini (aus Sesam) Teff (ein sehr gesundes Getreide) - gibts in der Bio-Abteilung.

So ziemlich alle dunkelgrünen Pflanzen (siehe oben) mit der Ausnahme von Spinat, dessen Oxalate die Aufnahme von Kalzium ebenfalls behindern - Spinat ist trotzdem gesund, allerdings nicht die geeignetste Pflanze für die Kalziumzufuhr. Dasselbe gilt für Rhabarber und Mangold.

Milch-Werbemaschen durchschauen

Da Milch- und Süßigkeitenhersteller ihre Waren im besten Licht darstellen und den Kalziumgehalt und "das beste aus der Milch" immer und immer wieder loben, ist in den Köpfen der meisten westlichen Menschen Kalzium = Milch.

Milch ist, zum Leid der Kühe, ein billiger Rohstoff, der im Überschuss produziert wird und an dem die produzierenden Landwirte selbst kaum etwas verdienen.

Da man aber Gewinn mit dem Rohstoff Milch machen will, lobt man ihn in den höchsten Tönen. Der Verbraucher, der mit diesen Werbebotschaften sein Leben lang bombadiert wird, glaubt das natürlich irgendwann.

Genauso sind der tägliche Milchkonsum, die steigende Laktoseintoleranz als Folge des täglichen Milchkonsums, Bewegungsmangel und Osteoporose Phänomene der westlichen Industrieländer.

Hierin besteht ein offensichtlicher Zusammenhang.

In Ländern, in denen wesentlich weniger Milchprodukte konsumiert werden und sich die Leute täglich bewegen, gibt es Osteoporose fast nicht - und wenn, dann nicht als Allerweltsphänomen, wie das in der westlichen Welt der Fall ist.

Wir westlichen Menschen müssen nicht immer mehr Milchprodukte zu uns nehmen, um Osteoporose vorzubeugen, sondern weniger. Dies empfiehlt u.a. auch die renommierte World Health Organization.

Es deutet einiges darauf hin, dass eine vegane Ernährung mit viel grünem Gemüse, Produkten aus Sojabohnen und Bewegung in Hinsicht auf die Osteoporosevorbeugung viel effektiver ist. 

Weiterlesen: Calciumhaltige Lebensmittel



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