Siehe auch: Vegane Katzenernährung - Eine Einführung 
Sowie Übersicht - vegane Katzen

Frage: "Ich ernähre meine Katze vegan. Kann ich ihr Tofu geben?"

Antwort: Es gibt bei Katzen (auch oder gerade bei denen, die konventionell, also mit Fleisch ernährt werden, denn das werden die meisten) ein häufig auftretendes Gesundheitsproblem: Struvit-Steine (das sind Ammonium-Magnesium-Phosphate) im Harntrakt, was oft zu schmerzhaften Komplikationen beim Urinlassen führt und die Lebensqualität der Katze enorm vermindert. Man weiß, dass Struvit-Steine und andere Harntrakt-Probleme bei Katzen durch 3 Faktoren begünstigt werden:

  • magnesiumreiches Futter
  • zu viel basisch wirkendes Futter, das den Urin basisch werden lässt
  • eine Infektion mit ammoniumproduzierenden Organismen im Harntrakt der KatzeGesundes Katzenfutter sollte also magnesiumarm sein und den Urin der Katze sauer genug halten.

Diesbezüglich versagt bislang offensichtlich die konventionelle Katzenernährung, die auf Fleisch basiert, da bei konventionell ernährten Katzen Struvit-Steine und verwandte Harntraktprobleme sehr häufig anzutreffen sind.

Was bietet die vegane Katzenernährung?

Man kann bei der veganen Katzenernährung auf möglichst magnesiumarme Lebensmittel und auf einen Schwerpunkt wie auf Calcium (und nicht Magnesium) achten. Da sich Magnesium und Calcium gegenseitig blockieren, wirkt diese Strategie zumindest teilweise.

Noch verlässlicher lassen sich bei der veganen Katzenernährung Harntraktprobleme vermeiden, indem man säuernd wirkende und methioninreiche Nahrungsmittel füttert.

Vegane Katzenernährung scheint auch gerade aus dem Grund allermeistens "hinzuhauen", da pflanzliche Nahrungsmittel - getrocknete Sojabohnen und Tofu allen voran - sehr methioninreich sind und tierischen diesbezüglich nur teilweise unterlegen sind (teilweise aber auch überlegen).

Es gibt aber auch Katzen, die aus irgendeinem Grund besonders zu Struvit-Bildung (bei egal welcher Diät) neigen, und die daher von hohem Natriumhydrogensulfat-Gehalt im Futter profitieren.

(Ein solches Natriumhydrogensulfat-reiches Ergänzungsmittel für genau diese Ansprüche gibt es bereits von Vegepet-TM, genannt Vegecat Phi-TM.)

Bei Sojabohnen und Tofu stellt sich also die Frage:

  • Sind Tofu und Soja für Katzen gesund, weil beides so methioninreich ist ? 
  • Oder sind Tofu und Soja für Katzen ungesund, weil sie so magnesiumreich sind ?

Da sich Struvit-Steine mit Methionin-Präparaten behandeln und teilweise heilen lassen, scheint Methioninreichtum in der Katzenernährung ganz allgemein (konventionell und vegan) ein ausschlaggebender Faktor für einen gesunden Harntrakt zu sein.

Zurück zu Tofu:
Tofu ist geronnener und gepresster Sojabohnenquark.
Soja ist eine der magnesiumreichsten (aber auch methioninreichsten) Pflanzen überhaupt.

Getreide- und andere pflanzliche, proteinreiche und ballststoffarme Produkte wie Tofu sind weniger magnesiumreich als dieRandschichten von Getreide und Hülsenfrüchten. Das Problem der magnesiumreichen, pflanzlichen Nahrungsmittel muss man also differenziert betrachten, da man den hohen Magnesiumgehalt vieler pflanzlichen Nahrungsmittel zum Beispiel durch Calcium neutralisieren kann. Daher macht es einen Unterschied, ob bei der Herstellung des Tofus Nigari oder Magnesiumchlorid einerseits - oder Calciumchlorid, Calciumsulfat oder Zitronensäure andererseits als Gerinnungsmittel verwendet wurde.

Fazit:

Es ist wichtig, beim Tofu darauf zu achten, dass er möglichst magnesiumarm ist bzw. mehr Calcium als Magnesium enthält und ihn andernfalls nur in sehr geringen Mengen zu verfüttern. Von ein bisschen Tofu hier und da kriegt keine Katze Probleme, von großen/regelmäßigen Mengen, die magnesiumreich hergestellt sind, mit der Zeit womöglich schon. (Und eine Katze, die zu Struvit-Bildung neigt, wohl erst recht.)

Auf den meisten Tofus, die in Deutschland hergestellt wurden, steht bei den Inhaltsstoffen "Magnesiumchlorid". Tofu, der mithilfe von Calciumchlorid, Calciumsulfat oder Zitronensäure hergestellt wurde, ist in Deutschland sehr selten erhältlich. In Asiageschäften findet man manchmal auch Tofu, der mit Nigari hergestellt wurde. Nigari ist ein natürliches, aus Meerwasser gewonnenes Gerinnungsmittel, allerdings ebenfalls sehr magnesiumreich.

Vermeiden Sie für Ihre Katze vorsichtshalber und nach Möglichkeit den "deutschen Standardtofu", der mit Magnesiumchlorid hergestellt wird, sowie den mit Nigari hergestellten.

Bevorzugen Sie Tofu, der mit Calciumchlorid , Calciumsulfat oder Zitronensäure hergestellt wurde. Sie können dies gezielt steuern, indem sie derartigen Tofu kaufen, oder ihn selbst herstellen. Da Soja wie gesagt sehr magnesiumreich ist, würde ich an Ihrer Stelle Tofu und Soja nur sehr sparsam füttern und ein auf Weizen- oder Maisgluten basierendes Futter als Hauptfutter für die vegane Katzenernährung vorschlagen.

Maisgluten und Weizengluten gehören außerdem zu den urinsäuerend wirkenden Nahrungsmitteln. Weitere sind: Spargel, (geschälte) Erbsen und Linsen, Reis(protein), (gemahlene) Nüsse. Vor allem Nüsse sind außerdem sehr methioninreich.

Abschließendes Fazit:

Eine vegane Katzenernährung kann (magnesiumarmen) Tofu beinhalten, aber sollte nicht darauf basieren.

Benevo Cat und AmiCat sind gute vegane Katzenfutter. Besonders empfehlenswert ist auch selbstgemachtes Trocken- und ganz besonders Nassfutter mithilfe diverser VegeCat-TM-Produkte.

VegeYeast empfehle ich Ihnen zusätzlich um den Urin der Katze sauer zu halten, ohne ständig auf säuernd wirkende Nahrungsmittel zu achten. VegeYeast ist stark konzentrierte Hefe, die sehr säuernd wirkt und die Katzen in der Regel lieben.