Bestimmte Omega-3-Fettsäuren unterstützen laut einigen Studien die Gesundheit des menschlichen Herzen und die Gehirnentwicklung bei Kindern und in Embryonen.

Insbesondere Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) wurden in zahlreichen Studien für diesen Effekt verantwortlich gemacht.

Zunächst verkauften sich Fischölkapseln gut. Seit kurzem gibt es einen Hype um Krillölkapseln. Krille (Plural von "Krill") sind kleine Krebstiere und kommen daher bei einer veganen Lebensweise eigentlich nicht in Frage.

Fischöl und Krillöl sind nicht die einzigen Quellen für Omega-3-Fettsäuren

Wie gelangen Fische zu Omega-3-Fettsäuren?

- Über Algen.

Algenölkapseln sind die vegane Alternative zu Fischöl- und Krillölkapseln.

Pflanzen im Allgemeinen enhalten vor allem die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA), welche zu DHA und EPA umgewandelt werden können.

Achten Sie darauf, weniger Omega-6-Fettsäuren zu sich zu nehmen, was den Prozess der Umwandlung von ALA in DHA und EPA behindern kann.

Die besten pflanzlichen Quellen für Alpha-Linolensäure und somit Omega-3-Fettsäuren:

  • Rapsöl zum Braten 
  • Walnüsse und Walnussöl 
    (1 Esslöffel pro Tag oder 4 Walnusshälften decken den Tagesbedarf an ALA)
  • Leinsamen, Leinsamenöl oder Hanföl 
    (1 EL pro Tag deckt den Tagesbedarf an ALA)
  • Bei Bedarf und wenn gewünscht z.B. während der Schwangerschaft oder im Hochleistungssport und Alter:  
    Pflanzliche Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel, z.B. aus Algen (Algenölkapseln)
  • Nehmen Sie Ergänzungsmittel während der Schwangerschaft bitte nur in Rücksprache mit dem Sie behandelnden Arzt ein. 
     

Sparsamer verwenden:

  • Sonnenblumenöl
  • Distelöl
    Diese Öle sind reich an Omega-6-Fettsäuren, was die Umwandlung von ALA in DHA und DPA behindert.
     
  • Margarine
    Eine Ausname kann mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Margarine darstellen, natürlicher und gesünder sind aber Kokosöl und Kokosfett(gute Hitzebeständigkeit) sowie Rapsöl (reich an Alpha-Linolensäure) zum Braten.
     

Leckere Möglichkeiten für jeden Tag

  • Machen Sie vegane Mayonnaise und Remoulade mit 
    Rapsöl statt Sonnenblumenöl. 
  • Salate mit Hanföl, Walnussöl, Leinöl oder Rapsöl "anmachen". Braten mit Rapsöl.
  • Für Nudeln schnell ein extrem gesundes, veganes Pesto zaubern: aus frischem Basilikum, Salz, Walnussöl oder Hanföl und gemahlenen Nüssen (optional: Hefeflocken). 
    Je nach Menge der Zutaten in den Mörser oder Mixer 
    geben: fertig.
     
  • Geben Sie 1-3 Esslöffel gemahlene Leinsamen in Ihren pflanzlichen Joghurt (von Alpro Soja, Provamel oder Sojade etc.) oder Ihr Müsli. 

    Super für die regelmäßige Verdauung und hilfreich bei verstopfungsbedingten Bauchschmerzen. Denn nicht jeder Bauchschmerz bedeutet gleich Glutenunverträglichkeit; versuchen Sie es mit regelmäßigem Leinsamenkonsum. Ballaststoffe sind extrem wichtig für eine gesunde Verdauung.
     
  • Trinken Sie Hanfmilch und verwenden Sie Hanfmehl sowie Hanfsamen in Ihren Kuchen und Backwaren.
    Ebenso wie Hanfmilch können Sie auch schnell Walnussmilch herstellen.
     
  • Kaufen oder backen Sie Brot und Brötchen mit Walnüssen und Leinsamen. Machen Sie vegane Walnuss-Muffins.
     
  • Backen Sie mit gemahlenen Leinsamen + Wasser als Ei-Ersatz bei Rezepten, die nur 1-3 Eier erfordern, z.B. in Muffins und Rührkuchen.
     

Hype verkauft sich besser als einfache Wahrheit

Wie kam es überhaupt zum Hype um diese Fettsäuren?

U.S.-Amerikanische Studien postulierten in den 90ern des vorigen Jahrhunderts, dass Fischöl zur Prävention von koronarer Herzerkrankung eingesetzt werden sollte.

Dies gründete auf der Beobachtung in lediglich 4 klinischen Versuchen, dass es Herzinfarktpatienten nach dem Konsum von Fischöl kurzzeitig besser ging und sie erst einmal keinen Herzinfarkt erlitten. 

Was weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass es denselben Patienten 5 Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Studie und trotz andauerndem Konsum von Fischöl genauso schlecht, manchen sogar schlechter als zuvor ging.

Die Kontrollgruppe aber, die kein Fischöl konsumiert hatte, neigte deutlich weniger zu Herzkrankheiten und -infarkten als die Fischöl-Gruppe.

Studien bezüglich der Wirksamkeit einiger Nahrungsmittel, ob pflanzlich oder tierisch, sind immer wieder mit Vorsicht zu genießen, vor allem, wenn Laborbedingungen das Leben der Versuchspersonen vor und nach dem Versuch ausklammern und auf die Langzeitfolgen, ob positiv oder negativ, wenig Aufmerksamtkeit richten.

Wer sich hier für Studien interessiert, kann Nachforschungen über die DART-(1)-study und die DART-2-study anstellen. 

  • DART (Ernährungs- und Re-Infarkt Test) zeigte, dass das metabolische Gedächtnis der Fischölgruppe in Mitleidenschaft gezogen worden war.
     
  • DART-2 folgte wenig später und zeigte, dass insbesondere die Herzgesundheit der Fischölgruppe signifikant schlechter geworden war.
     

Männer, die 5 Jahre zuvor nur an Angina Pectoris gelitten und daraufhin kurzzeitige Erleichterung durch Fischöl erfahren hatten, hatten mittlerweile einen oder mehrere Herzinfarkte hinter sich.

Die langfristigen Folgen des Fischölkonsums werden allerdings allzu gerne unter den Teppich gekehrt, da der Nahrungsmittelergänzungsmarkt, an dem die Pharmaindustrie mitverdient, seit Veröffentlichung der optimistischen, ersten Ergebnisse boomt.

Die Folgen des Unterschlagens der Langzeitfolgen von stetigem Fischölkonsum sind verheerend;
 die Infarktrate ist in den letzten Jahren nicht gefallen, sondern gestiegen.

In den europäischen Ländern betreffen nur etwa ein Drittel (24 bis 42 %) aller Infarkte ältere Menschen im Alter von über 74 Jahren.

Sind Veganer vielleicht sogar im Vorteil?

Fischöl ist eine billige, aber offensichtlich weniger gute Quelle, vor allem im Langzeitgebrauch.

Vegan lebende Menschen können hier sogar einen Vorteil gegenüber nicht vegan lebenden Menschen haben, vorausgesetzt, sie essen die richtigen Lebensmittel.

Kurzkettige Omega 3 Fettsäuren kommen zuhauf in Leinsamen(öl) und Rapsöl vor; der menschliche Körper baut diese selbstständig zur langkettigen Eicosapentaensäure (EPA) um; EPA wiederum steht mit gesunden Herzen und gesunder Gehirnentwicklung in Verbindung. 

Es wurde in zahlreichen Studien bewiesen, dass bei pflanzlichen Lebensmitteln weniger Stoffwechselabfallprodukte anfallen als bei tierischen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, warum tierische O3FS Langzeitschäden anrichten und pflanzliche nicht. 

Siehe auch: Prof. Dr. Jenkins

Prof. Dr. Jenkins von der Universität Toronto vertritt die Ansicht, dass wir noch nicht viel über Omega-3-Fettsäuren wissen. Falls sich eine zusätzliche Zufuhr als notwendig herausstellt um Herzinfarkten vorzubeugen und die Gehirnentwicklung zu verbessern, so sei dies auf rein pflanzlichem Wege möglich - zum Beispiel aus Algen, woher auch Fische ihre Omega-3-Fettsäuren beziehen.

Prof. Dr. Jenkins fügt hinzu: 

Eine zusätzliche Zufuhr aus Algen und eine Meidung von Fischöl sei bereits allein aus dem Grund notwendig, da der Mensch, falls er weiterhin industriellen Fischfang betreibt (auch, da der Konsument immer mehr Fischöl fordert), den Fischbestand bis zum Jahre 2050 in den Weltmeeren unwiederbringlich dezimiert haben wird.

Der Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln aus Fischöl ist also nicht nur widersinnig und selbstdestruktiv, sondern auch langfristig umweltfeindlich.

Man darf außerdem annehmen, dass menschliche (und tierische) Körper nicht wie einfache Baukastensysteme funktionieren, sondern Organismen sind, in denen ständig hochkomplexe, chemische Vorgänge ablaufen und die daher die benötigten Verbindungen bei Bedarf "lieber" selber biosynthetisieren als mit komplexen, fremdkörperartigen Endprodukten - dazu von einer anderen Spezies - überflutet zu werden.

Liefern Sie Ihrem Körper also die besten Rohstoffe - aus pflanzlichen Quellen. Siehe oben.

Generell sehr gut: Dr. med. Ernst Walter Henrich hat auf seiner Website ProVegan.info viele Studienergebnisse zu veganer Ernährung zusammengetragen.



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