Vegan werden ohne Stress - nachhaltige, spielerische Veränderung ohne Perfektionismus.

- 4 EFFEKTIVE MÖGLICHKEITEN -

  1. Eine vegane Mahlzeit am Tag ist ein guter Anfang. Sie finden unzählige Inspirationen im Internet und müssen nicht einmal Geld für neue Kochbücher ausgeben, wenn Sie nicht wollen.
  2. Ersetzen Sie alle Gerichte, die Geflügel enthalten, durch eine pflanzliche Alternative. 
    Von allen 55-60 Milliarden Landtieren, die jährlich für den menschlichen Konsum gezüchtet und getötet werden, machen Hühner und anderes Geflügel den Großteil aus.
  3. Kühe und andere Widerkäuer (Schafe, Ziegen) erzeugen viel Methan. Milchprodukte können Sie immerhin teilweise durch pflanzliche Produkte austauschen. Probieren Sie sich allmählich durch das gesamte Angebot hindurch oder machen Sie ab und zu Ihre eigene MandelmilchHafermilch oder eine andere selbstkreierte Nussmilch.
  4. Raw Till 4 kann als Inspiration zu "Vegan bis 4 Uhr" oder irgendeiner anderen Uhrzeit dienen. Sie können sich bei der Arbeit weiterhin konventionell fleischig oder vegetarisch ernähren und nach Feierabend vegan kochen.

Mit der steigenden Anzahl von Veganern und immer mehr Informationen über die Auswirkungen der intensiven Tieragrarwirtschaft wird Veganismus gesellschaftlich zwar immer weniger als militante oder gefühlsduselnde Lebenseinstellung angesehen, aber viele Menschen fragen sich immer noch, wo da der Spaß bleibt.

Dieser Artikel versucht Möglichkeiten zu zeigen, wie Sie sich vom täglichen Konsum tierischer Produkte spielerisch entfernen können, ohne sich irgendetwas vollständig zu verbieten.

Vegan werden ohne Stress

1. Perfektionismus Töten jeden guten Vorsatz

Wir alle kennen das Phänomen: Wer sich zu Silvester keine realistischen Vorsätze für das neue Jahr macht, hält höchstens bis Mitte Januar durch.

Es gibt kein ungeschriebenes Gesetz, das besagt, dass Sie von heute auf morgen sämtliche tierische Produkte aufgeben müssen, und wenn Sie das nicht schaffen, ist ihr Plan vegan zu werden für immer fehlgeschlagen.

Der Gedanke "alles für immer aufgeben zu müssen" erzeugt nur unnötigen Druck, ist ein rein selbstauferlegter Zwang, perfektionistisch und somit unrealistisch. Viele Menschen nehmen Veganer immer noch als militant wahr, weil sie glauben, dass Veganer genau das von ihnen verlangen.

So ist der Aufruf "GO VEGAN" aber nicht gemeint.

Die meisten heutigen Veganer sind nicht über Nacht, sondern nach und nach vegan geworden und viele gönnen sich auch Jahre später noch Ausnahmen - für manche ist das Honig, für andere sind das bestimmte Süßigkeiten, für mich (die Seitenbetreiberin) ist das Brot mit diversen Speisefettsäuren und ab und zu raffinierter Zucker.

Niemand ist "perfekt". Es geht nicht um Perfektion. 

Es gibt einen Mittelweg zwischen gesundem Egoismus und einem Verantwortungsgefühl für die Umwelt.

Das Ziel ist ja eigentlich auch, etwas Gutes für sich selbst, Tiere und Umwelt zu tun. Das müssen Sie nicht durch Perfektionismus und Zeitdruck erreichen.

Natürlich wäre es am besten, wenn tierische Produkte tatsächlich selten und in geringen Mengen konsumiert und daher auch produziert würden. Nicht umsonst rufen sogar die United Nations aufgrund des menschlich beschleunigten bzw. verstärkten Klimawandels zu weniger Konsum von Fleisch, Geflügel und Fisch auf. Das würde man am schnellsten erreichen, wenn die globale Nachfrage gegen Null gehen würde.

Aber auch Sie, als Vegetarier oder Fleischesser, können ganz einfach bessere, weniger destruktive Entscheidungen in Ihr Leben integrieren ohne alte Gewohnheiten völlig aufzugeben. Auch diese kleinen Schritte machen einen globalen Unterschied. Sie wissen außerdem nie, wen Sie damit alles inspirieren.

Vegan werden ohne Stress

2. Homöostase: 
Körper und Seele streben nach Gleichgewicht.

Wir alle lehnen Veränderungen in unserem persönlichen Leben, wenn wir ehrlich sind, ab. Der Anreiz etwas zu ändern muss schon ziemlich groß sein, damit wir zu einer Veränderung unserer persönlichen Gewohnheiten bereit sind.

Auf Zellebene gibt es ein Gleichgewicht, das als Homöostase bezeichnet wird. Dieser Begriff findet u.a. auch in der Psychologie und Wirtschaft Verwendung. Ein dynamisches System, zum Beispiel ein individueller, menschlicher Körper (oder eine Psyche) kann sich also gegen zu viel Veränderung auf einmal wehren.

Beispiel: Ein Fleischesser ist bei Veganern zu Gast. Ein veganer Burger schmeckt ihm "mindestens so gut" wie der Burger einer großen, konventionellen Fast Food Kette. Er wirft sofort verteidigend hinterher:

"Ich werde aber weiterhin Fleisch essen!"

Veränderungen, auch wenn sie gut sind, werden allgemein eher als Zwang aufgefasst denn als Bereicherung. Zwänge lehnen wir ab, verschieben sie auf später und vor allem wenn wir wissen, dass etwas eigentlich sofort getan werden "müsste", verdrängen wir es gern, bis es komplett letztrangig ist.

Das Wissen um diese psychischen und körperlichen Selbstregulationsprozesse kann sowohl Aktivisten wie auch Vegan-Interessierten helfen. Es schohnt Nerven.

VEGAN WERDEN OHNE STRESS

3. WARTEN SIE NICHT AUF VORBILDER.

Wie bereits geschrieben: Niemand ist perfekt und es geht nicht um Perfektion, sondern um bewusstere, weniger destruktive Konsum-Entscheidungen.

Fleisch, Milch und Eier zu essen ist konventionell. Eine globale, menschliche Tradition. Es ist vertraut.  Es symbolisiert immer noch Fülle und Vollständigkeit. Wir machen uns daher lieber darüber Gedanken, wie wir gewährleisten können, das Freiland-Eier in den Nudeln stecken, also auf eifreie Nudeln umzusteigen.

Mit ein wenig Überlegung kann man sich vorstellen, warum der globale Aufruf, weniger tierische Produkte zu konsumieren, daher eher ein Allgemeinplatz ist, der von unseren politischen Repräsentanten nur wenig gefördert und gefordert wird. Sie setzen ihn schließlich selbst nicht in ihrem Leben um. 

Und warum sollten sich die 99% mehr am Riehmen reißen als die 1%?

Da helfen auch kleine, versteckte Links auf der Website der United Nations über den Klimawandel nicht viel. 

Eine nötige Veränderung wird von vielen Autoritäten stets in die Zukunft verschoben. Was der Einzelne jetzt tun kann, wird verallgemeinert. Dies wiederum fördert Lethargie, Gleichgültigkeit, Verharrung in alten Mustern und das Gefühl "mit diesem Problem habe ich nichts zu tun; ich bleibe lieber bei der Norm".

Diese Sichtweise ist genauso extrem wie von jedem Einzelnen sofortige Perfektion in Sachen Vegansein, Mülltrennung und Energiewende zu fordern.

Warten Sie nicht auf Vorbilder. Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen und ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

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