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Vegane Kunst von Diana Kalani bei SaatchiArt

Hier geht es zum 1. Teil über veganes Kunstmaterial.

Öl-, Alkyd und Acryl:

Öl-, Alkyd und Acrylfarben sind größtenteils vegan. 
Ölfarben bestehen auf der Basis von diversen Pflanzenölen, allermeistens Leinöl.

Alkyd- und Acrylfarben sind synthetische Verbindungen, wobei Alkyd auf synthetischen und pflanzlichen Harzen basiert und Acrylfarben Kunststoffdispersionen sind.

Auf die Pigmente kommt es an

Achtung bei Cochenille, Karmin & Purpur !

Öl- und Acrylfarben sind zwar meist tatsächlich vegan, allerdings muss manbei den Rottönen, vor allem bei Cochenille und Karminrot, nach der Herkunft der Pigmente fragen; in vielen Fällen werden auch heute noch weibliche Käfer (die Cochenille) dafür zermahlen und/oder ausgekocht !

Auch E120 als Lebensmittelfarbstoff (z.B. in rotem Campari) ist das Produkt dieser toten, weiblichen Läuse.

Auch bei Purpur muss man nachfragen, denn wenn es "echtes Purpur" heißt, wurde es aus Purpurschnecken gewonnen. "Echtes" Purpur kann man außerdem nicht anhand des Preises von synthetischem unterscheiden, denn die Herstellung von synthetischem Purpur ist genauso teuer wie die von "echtem". Sofern die Pigmente ihrer Öl- oder Acrylfarben nicht tierisch, sondern entweder pflanzlich, mineralisch oder synthetisch sind, können sie als vegane Farben betrachtet werden. Tierversuche werden bei Farben für Kunstmalerei meines Wissens nicht durchgeführt, aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

Falls Sie mit Wandfarbe malen, muss bedacht werden, dass Wandfarben tatsächlich oft an Tieren getestet werden. Unter dem obigen Link erfahren Sie alles über vegane Wandfarben, die nicht an Tieren getestet wurde, frei von Tierbestandteilen ist und dazu auch noch ökologisch und gesundheitlich unbedenklich ist.

(Ich selbst verwende Ecos Paints aus Großbrittannien und bin mehr als zufrieden.)

Ecos Paints lassen sich darüberhinaus auch problemlos wie jede andere Wandfarbe analog zu Acrylfarben (Kunstmaterial) verwenden. Mit ihnen hat man also alles in einem: ökologisch und gesundheitlich unbedenkliche, tierversuchsfreie und vegane Farben.

Synthetische Pinsel, Synthetikborsten

(Borsten-)haarpinsel lassen sich gut vermeiden, es gibt immer bessere Nylonpinsel. "Naturhaar", "Borsten" - Produkte mit diesen Bezeichnungen einfach meiden. Mann erkennt sie am Namen und meist auch am Aussehen. Kalligraphiepinsel sind meist aus Ziegen-, Pony-, Marderhaaren und dergleichen. Doch sogar für diesen Bereich gibt es immer bessere synthetische Alternativen.

Achten Sie einfach auf den Kauf von Synthetikpinseln. Ich verwende seit Jahren Nylon- oder Acrylpinsel und verstehe die Beschwerden mancher Künstler über deren angeblich so schlechte Eigenschaften nicht. Im Gegenteil; ich finde, Sie lassen sich besser als Naturhaarpinsel reinigen, sowohl von Öl- als auch von Acrylfarbe - und sie haaren viel, viel weniger.

Natürlich verhält es sich hier wie bei Tofu und diversen veganen "Fleischersatz"-Produkten. Manche Marken halten was andere nur versprechen.

"da vinci" ist eine Marke für Künstlerbedarf und bietet ausgezeichnete Malpinsel aus Synthetikhaar in allen möglichen Form- und Größenvariationen.

(Waren Sie früher in der Schule beim Kunstunterricht auch immer so genervt, weil Ihre billigen Borstenhaarpinsel ständig die Farbe und das gesamte Bild vollgehaart haben? Also, ich schon... Und dann fühlte ich mich gezwungen in der Farbe zu pulen und das Ganze wurde eher zu Fingermalerei als sonstwas... Allein deshalb mochte ich das Malen mit Pinseln früher überhaupt nicht. Bei meinen hochwertigen Synthetikpinseln kenne ich dieses Phänomen nicht mehr bzw. haaren meine Pinsel so selten, dass es nicht erwähnenswert ist.

Mein Tipp:

Die grün-schaftigen Synthetikpinsel von da vinci.)  
Leonardo da Vinci war übrigens laut eigenen Worten seit seiner frühen Kindheit Vegetarier und beklagte in seinen Notizbüchern den Umgang der Menschen mit Tieren und ihren Kindern, aber das ist eine andere Geschichte.

Veganes Kunstmaterial - Ersatz für Bienenwachs

Viele Kreative, die Collagen und Mixed-Media-Werke herstellen, schließe ihre Werke nach oben hin gern mit Bienenwachs ab. Dies verleiht dem Bild einen romantischen, unregelmäßigen, und daher interessanten Schmelz. Ich sehe in rein synthetischer, klar-glänzend auftrocknender Strukturpaste, die es von verschiedenen Anbietern gibt, einen würdigen Vertreter für das sagenumwobene Bienenwachs. Probieren Sie es aus.

Veganes Kunstmaterial - Alternative zu Leimen

Naturleim besteht meistens aus tierischen Fetten. Meistens ist dies am Namen zu erkennen, machmal nicht. "Meistens", da die Bezeichnung "Natur-" nicht viel aussagt. Auch Maluntergründe bzw. -oberflächen werden oft mit Tierfetten geleimt oder beschichtet - so auch Leinwände und diverse Papiere. Achten Sie bei der Verleimung Ihrer Utensilien also auf pflanzliche oder synthetische Alternativen.

Veganes Kunstmaterial - Vegane Farben

  • Es muss nicht immer Synthetik sein. Wer ganz sicher und ökologisch vorgehen möchte, stellt vegane Farben selbst her:
  • Für vegane Farbe kaufen Sie entsprechende pflanzliche und mineralische Pigmente - und los. Vegane Farbe aus Eigenherstellung ist wesentlich billiger als ein fertiges Equivalent und eventuelle Zweifel lassen sich durch mehr Eigeninitiative vermeiden.
  • Für vegane Farben empfehlen sich Farbpigmente aus Metalloxiden und Erden. Auch schöne Rottöne (anstelle von echter Cochenille) lassen sich damit erzielen.
  • Pflanzenfarben sind ebenfalls empfehlenswert, haben zwar den Ruf farbunbeständig zu sein - echte Cochenille ist dies aber tatsächlich. 
  • Nicht umsonst gibt es viele andere Arten roter Pigmente.

Veganes Kunstmaterial - Kunstdruck

Die meisten Kunstdruckanbieter werden die pauschale Antwort geben, frei von Tierprodukten zu sein. Haken Sie nach. Ich habe bei einigen großen Druckhäusern nachgefragt und bislang nur 2 positive Antworten erhalten - nämlich von Zazzle und ARTFLAKES erhalten. (Update: Bei meiner 2. Nachfrage war man sich bei Zazzle nicht mehr sicher.) 

Das heißt nicht, dass es keine weiteren Kunstdruckanbieter gibt, die veganes Kunstmaterial verwenden. Vermutlich wissen es die meisten derjenigen, die dies tatsächlich tun, allerdings selbst nicht so genau. Hier hilft nur eine größere Nachfrage. Der Begriff "vegan" ist leider noch nicht rechtlich geschützt.

Lassen Sie es sich bei Ihrer Recherche schriftlich garantieren, dass die angebotenen Drucke wirklich frei von echter Cochenille, anderen tierischen Pigmenten und die Papiere frei von Tierfettleimung sind. Ein sachkundiger Anbieter sollte in der Lage sein, Sie über veganes Kunstmaterial bzw. die genauen Inhalte von spezifischem Kunstmaterial zu beraten.