Es gibt sehr viele, zwar selten widersprüchliche, aber sehr oft stark auseinanderklaffende "Zahlen und Fakten" zum Thema Ernährung und Klimawandel. 

Auf dieser Website werden nach und nach einige Betrachtungen und Studien zum Thema angesprochen, siehe auch im Interview mit Klimaexperte Andreas Grabolle.

Der Verzehr von tierischen Produkten und die damit verbundene Ausbeutung von Tieren dürfen aus den folgenden Gründen nicht als Privatangelegenheit betrachtet werden.

Mit Quellenangaben. Wenn eine Quellenangabe nicht verlinkt ist, googlen Sie diese oder - noch besser - geben Sie sie bei Ecosia.org ein. Recherchieren Sie das Thema bitte auch selbst und kommen Sie zu Ihrem eigenen Schluss.

Die Wichtigsten Puplikationen der letzten Jahre

  • 2006 schätzte eine Kommission der United Nations den Anteil der Tieragrarindustrie an den Treibhausgasen CO² und Methan auf magere 16%.
    - Siehe "Livestock's Long Shadow"
    (Der Name "Livestock's LONG Shadow" ist vermutlich ein gutes Beispiel für die Wirkungsweise einer PARADOXEN INTERVENTION - umgangssprachlich "umgekehrter Psychologie".)
     
  • Goodland und Anhang vom World Watch Institute kamen im Jahr 2009 auf erschreckende 51% als globales Total.
    Wie kamen Sie auf diese hohe Zahl? Es seien zum Beispiel in "Livestock's Long Shadow" (wesentlich) weniger Tiere gezählt worden als tatsächlich vorhanden. Goodland und Anhang üben unter anderem Kritik an "Livestock's Long Shadow"
  • "Livestock’s Long Shadow not only uses no correction factor for such undercounting, but in some sections actually uses lower numbers than appear in FAO statistics and elsewhere."

"For example, Livestock’s Long Shadow reports that 33.0 million tons of poultry were produced worldwide in 2002, while FAO’s Food Outlook of April 2003 reports that 72.9 million tons of poultry were produced worldwide in 2002. The report also states that 21.7 billion head of livestock were raised worldwide in 2002, while many nongovernmental organizations report that about 50 billion head of livestock were raised each year in the early 2000s."
 

Mit der Anzahl der Tiere ändert sich natürlich auch die Menge der Treibhausgase, die diese Tiere produzieren.

Es würden zu wenig bis keine Atmung (der Tiere), Landflächennutzung miteinberechnet und andere Faktoren wie die Zubereitung von tierischen Produkten, bis sie für den menschlichen Konsum bereit sind, übersehen. Die Atmung von Nutztieren spiele laut Kyoto-Protokoll zum Beispiel gar keine Rolle.

  • - Siehe "Livestock and Climate Change", 
    World Watch Magazine

    Vereinfacht gesagt: Wer mit einer Anzahl von 21 Milliarden Nutztieren rechnet, erhält einen geringeren Anteil an Treibhausgasen, als wenn er mit den tatsächlich vorhandenen 50-60 Milliarden rechnet, obwohl nicht alle davon Wiederkäuer sind (Wiederkäuer stoßen am meisten Methan aus - Methan ist circa 20 mal aggressiver als CO² und zerfällt ebenfalls zu CO²). 
  • Laut einer Lehr-Broschüre für die Sekundarstufe 1 für das Jahr 2014 des WWF Deutschlands trägt jeder Deutsche durch seine tier-lastige Ernährung 20% zum Ausstoß von Treibhausgasen bei (global? national? unklar).
    - Siehe WWF Deutschland

Allgemeine Unterschätzung des Problems

 

"What's bad for animals is bad for us."
- Jeremy Rifkin (Soziologe und Ökonom)

Die Konzentration der Treibhausgase war 2008 auf ihrem Höchststand der letzten 650.000 Jahre. Den Homo Sapiens gibt es seit ca. 200.000 Jahren. Dieser Umstand wird von Menschen, die den Klimawandel leugnen, als Argument dafür genutzt, dass es keinen Klimawandel gäbe. Dabei fand der Wandel in den Konzentration an Treibhausgasen erst in den letzten 200 Jahren statt, wie man in Messungen in der Antarktis ablesen kann.

Eine Änderung um konservativ geschätzte 3°Celsius innerhalb von einem Jahrhundert wird zu einem anderen Planeten führen und führt bereits jetzt zu einem anderen Planeten, wie am derzeitigen Artensterben und krassen Temperaturschwankungen zu beobachten ist.

Zahlen und Fakten 
- circa20 oder eher 50%?

Sehr freundlich gesinnte Betrachter des Problems sehen einen derzeitigen Anteil von 20% an Treibhausgasen, der auf das Konto der Tieragrarindustrie geht. Es ist von einem eher höheren Anteil auszugehen, da angesichts der Billigpreise bei tierischen Produkten davon auszugehen ist, dass die Anzahl der Tiere eher höher als niedriger liegt. 

Das Thema "Ernährung und Klimawandel" wirkt dadurch besonders komplex, undurchschaubar und unübersichtlich. Ist es das aber tatsächlich oder verwenden vermeintlich seriöse Berichte absichtlich Zahlen, die von anderen Publikationen abweichen?

Wir müssen uns fragen: Warum klaffen die Angaben so auseinander? Wird hier absichtlich oder unabsichtlich geschönt? 

Aus demselben Grund wird das Thema Ernährung und Klimawandel bei Klima-Kongressen vermutlich totgeschwiegen - obwohl bereits ein Anteil von "bescheidenen" 20 % ein Grund zum Handeln wäre.

Lesenswert ist vor allem Livestock and Climate Change um zum Schluss zu kommen, dass die Problematik vermutlich bewusst verharmlost wird. Mitschuld kann aber auch das Kyoto-Protokoll bzw. generell das Prinzip "Bürokratie statt Handeln" tragen - aber auch die Tatsache, dass Massentierhaltung ein Geschäft ist, in dem Zahlen nach unten geschönt werden können, gerade WEIL so viel im Verborgenen geschieht.

Wer weder konventionell noch realistisch schätzen, sondern auf "irgendwo zwischendrin" tippen möchte, kommt auf einen Anteil von ca. 1/3 an der Menge der globalen, anthropogenen Treibhausgasen. 

1/3 wären, genau wie bereits "nur" 1/5, ein Grund zum Handeln.

  • Wenn allein die Einwohner Deutschlands ihren Verbrauch an tierischen Nahrungsmitteln auf die hiesigen Ernährungsrichtlinien reduzieren würden (Reduktion, kein Auschluss), würde dies 1,8 Millionen Hektar Land - und Forstwirtschaftsfläche freigeben. (1 Hektar entspricht 10.000 m².)
    - Siehe WWF Deutschland
  • Wenn deutsche Bürger ihren Verbrauch an tierischen Produkten auf die von Deutschen Gesellschaft für Ernährung (die veganer Ernährung nicht gerade freundlich gegenüber gestimmt ist) auf die empfohlene Menge reduzieren würden (reduzieren, nicht ausschließen), könnten wir Deutsche unseren ökologischen Fußabdruck um 14 % senken und Emissionen von 27 Millionen Tonnen einsparen.

    - Siehe WWF Deutschland, Bildungsbroschüre zum Thema Ernährung

    In anderen Worten: Der Verbrauch von tierischen Produkten in Deutschland liegt weit über der empfohlenen Menge der sehr konservativ denkenden DGE, die Fleisch 2 mal die Woche empfiehlt. (Laut DGE soll man also Fleisch essen, aber eben sehr viel weniger als "wir" dies tun.) 

    Darf eine Art von Völlerei, die dem globalen Klima schadet, wirklich eine persönliche Angelegenheit bleiben?

    Wenn ja, warum?

Allein angesichts weit auseinanderklaffenden Zahlen müssen wir Verbraucher uns fragen, warum das Thema Ernährung und Klimawandel nicht auf sämtlichen Kongressen eine größere Rolle spielt, aktive Ernährungspolitik auf offizieller Ebene betrieben wird und Ernährung immer noch nicht zu einem ökologischen und sozialen Thema erhoben wird, das keine Privatangelegenheit sein darf.

Oder: Von offiziellen Stellen ist kein Handeln in Sicht. Wir Konsumenten müssen unseren Konsum ändern und selbst Verantwortung für unsere Gesundheit und die Gegenwart und Zukunft unseres Planeten übernehmen. 

Lesen Sie immer unterschiedliche Stimmen. Glauben Sie keinen einzelnen Studien, Websites, Dokus, "Experten", ihren Freunden, dem Bauern um die Ecke oder den Nachbarn. All diese Menschen sind Einzelpersonen, die es nicht besser wissen können als Sie. Es gibt Fehlinformationen - bewusst und unbewusst verbreitete.

Stellen Sie Ihre eigenen Recherchen an.

Wir alle sind für unser Handeln und das globale Klima mitverantwortlich.

Die Lösung "sehr viel weniger bis gar keine tierische Produkte" ist der gemeinsame Nenner aller Beobachtungen. Mit derselben Dringlichkeit, wie die Abhängigkeit von Erdöl enden muss, muss auch die Abhängigkeit von tierischen Produkten enden.

Weitere wichtige Links zum Thema:

  • Koch Industries - Kampagnen zur Darstellung von anthropogenem Klimawandel als Schwindel (laut Greenpeace).
  • Regenwaldreport - Erschreckende Zusammenhänge, wie die Fleischproduktion den Regenwald zerstört.

    Interesant für Veganer:
  • Nur 6 % (sechs) des weltweit angebauten Sojas landen direkt beim menschlichen Verzehr, Vorreiter ist hierbei immer noch Asien.
  • 75 % (fünfundsiebzig) des weltweit angebauten Sojas werden in der Tiermast verwendet.
    Somit ist vor allem die global ansteigende Nachfrage nach Fleisch für die Zerstörung des Regenwaldes verantwortlich - nicht Soja im Allgemeinen und nicht ein paar Millionen Veganer unter 7 Milliarden von Menschen.
    - laut LOE.org - Living On Earth
     
  • Möchten Sie Regenwald bewahren und gleichzeitig Vegane-Inspiration.com unterstützen? Mit dem Kauf dieser Produkte bei unserem Partner Regenbogenkreis.de können Sie dies tun. Regenbogenkreis.de konnte so bereits über 400.000 m² Regenwald bewahren.
    Vor allem aber durch die (knallharte) Reduktion tierischer Produkte (nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern tatsächliches Handeln) und/oder den Umstieg auf eine vegane Ernährung retten Sie unsere Welt.